DeVore O96 Reference mal richtig gebaut!


DIY ist (kann) besser sein, meine persönliche Erfahrung mit O96 Nachbau.

Published on May 07, 2024 by Geri F.

lautsprecher diy german

6 min READ

Hintergrund

Update: 7. Mai 2024 / Tieftöner dazugekommen

Ich besitze bereits wertige Lautsprecher im Hauptwohnzimmer und für meinen 2. Hörraum, war ich auf der Suche nach Wand-naher Aufstellung und auch nicht zu wuchtig. Daher mein Fokus auf Audio Note und DeVore.
Ich bin auch absolut kein Fan von Bookshelf-Speaker, weder diese mitten in den Raum stehen haben möchte - für das volle Potential!

Ich liebäugle schon seid einigen Jahren mit Audio Note AN-E oder DeVore Lautsprecher.
Beide habe ich in verschiedenen Versionen in unterschiedlichen Räumlichkeiten gehört und ist mein persönlicher Hörgeschmack.

Viele haben ja den Hype mit Breitbändern in den letzten Jahren wahrgenommen. Egal ob ultra-teuer wie Voxativ, Lowther, Cube Audio oder die kleine Süße Le Petit von Sean Hiraga.
Die unser lieber SnakeOilAudio prominent auf YouTube platziert hatte.

Breitbänder sind faszinierend, sicherlich nichts für jedermann der nach Wumms sucht, aber die Klarheit der Darstellung (Vocals, Instrumente, Räumlichkeit) ist fesselnd!

Ich selbst als kompletter DIY Lautsprecher-Gau habe die La Grande von meinem Lieblingsmentor Janos nachgebaut.

Diese basieren ursprünglich auf einem Fostex FF 145WK, der hammermäßig spielte, inkl. Bass.
Jedoch wollte ich nochmals Schippe drauflegen und habe mit Hilfe von Janos, mich für Sonido SFR-175 Alnico entschieden und werden meinen Hörraum nicht mehr verlassen!


🫡 …Sorry, nun zurück zu Audio Note & Devore!

Beiden haben ein sehr einfaches Gehäuse und sind 2-Wege Systeme und für mich die naheliegenste Re-Produktion von Musik - zu Breitbändern natürlich!
Leider wie ganz vieles im Highend Bereich sind die Lautsprecher sehr, sehr überteuert.

  • DeVore Orang Utan 96 liegen bei ~€18.000 und der Einstieg bei halbwegs-vernünftigen Audio Note AN-E gehen ebenso los bei ~€16.000!
  • DeVore Reference, also mit zusätzlich 2x aktiv Tieftöner Gehäuse: €98.000 !! ..wir ignorieren mal die tollen Kupfer-gefrästen Komponenten..

Das ist schon eine Ansage für derlei einfache Gehäuse und 2 Treiber 🫣

Daher habe ich in den einschlägigen HiFi- und DIY-Foren nach Erfahrungen zu Audio Note und DeVore mehrere Wochen recherchiert.
Viele unterschiedliche Meinungen, Fanboys, voreingenommene Kommentare ….das Übliche!


DeVore Reverse Engineering

Durch Zufall habe ich mich auch im Gebrauchtmarkt umgesehen und da sto&e ich auf Gunnar aus Lübeck, mit dem Anzeige-Titel:
Devore Orangutan O96 | von Analyse zum Nachbau | ein Testbericht.

Das hat mich sofort hellhörig gemacht und habe Ihn gleich angeschrieben und gebeten mit das PDF zukommen zu lassen.

Gunnar hat mir dies auch sofort unentgeltlich angeboten und am Abend ginge ich seinen 30-seitigen (!!) Detailbericht durch und ich wusste, ich muss mit Ihm in Kontakt treten!

Jeder der Interesse hat, sollte auf Ihn zugehen, da er sich wirklich sehr viel Mühe gegeben hat und auch fundiert, technisch beschreibt und kein Gequassel!
Er bietet sein PDF zum kleinen Preis an, siehe Kleinanzeigen - seine Benutzerkennung ist RobF

Ich war schockiert, nicht überrascht da im HiFi-Markt die Bepreisung von Produkten schon lange NICHTS mehr mit dem Gegenwert des Gerätes/Lautsprechers zu tun hat!

Jedoch was in seinen originalen DeVore verbaut war, dass wird jeden versierten DIY’er nur wieder bestätigen und zum Lachen bringen!

Jetzt war ich anfixiert, wie Gunnar diese Probleme anging, um eine professionelle Version der OrangUtan 96 nachzubauen!

Auch hier beschreibt er in allen Details, worauf er geachtet hat und warum aus einem 2-Monate Projekt, doch eher ein Jahr wurde. Alleine die Mühe die er sich gemacht hat, die BESTEN Bauteile für die Frequenzweiche zu kriegen & zu Verstehen, CHAPEAU !!! 👏

Gesagt, getan und natürlich habe ich die Nähe zu Lübeck aus Hamburg sofort ausgenutzt und habe Ihn besucht zu einer Hörprobe! Meinen DIY-Referenzverstärker (PX4 von Josef/Röhrenfieber) eingepackt und los gings….


RobF Re-Loaded O96 AlNiCo REFERENCE

Ich nenne diese einfach mal so, da Gunnar sich so viel Mühe gegeben hat, was es einfach verdient diesen seinen Lautsprecher zu nennen!

Hier mal einige Specs, welch echtes High’endiges er verbaut hat, in der Version die nun in meinem Besitz ist:

  • Echten 92dB Kennschalldruck, Impedanz: > 6 Ohm, 30 - 25.000 Hz
  • 8’’ SEAS EXOTIC X2-08 AlNiCo
  • Seas T35 X3-06 Alnico Hochtöner
  • 35mm Kalotte aus dem Hause Dr. K. Müller Engeneering
  • Der Hochtöner hat 2dB mehr als der Hochtöner Morel CAT378 im Original!
  • Mundorf, Rike Audio Q-CAP 3 Oil-Caps …
  • Duelund Verkabelung mit WBT-NextGen Terminals
  • Passende Granitplatte und Holzständer
  • Holz ist schwarz gebeizt, geölt und Tineo (indischer Apfel)
  • 2 Bassreflex-Ausgänge nach hinten, an einer 30mm-Starken Birkenholzmultiplex-Rückplatte

Aktive Tieftöner/Subwoofer:

  • 2x Gehäuse mit 28mm Stärke Multiplex & Bassreflexrohr im Gehäuseboden
  • 2x 12’’ SB Accoustic SB34NRXL75-8
  • 2x Hypex FA251
  • Hypex angeschlossen via Kabelschuhe an den DeVore’s O96
  • Hypex DSP mit LowPass1 und LowPass2 Profilen eingestellt bei 150Hz

F A Z I T:

  • Gunnar weiss was er tut und seine akribische Art Lautsprecher zu entwickeln und zu bauen einen Applaus wert!
  • Auch sich derlei Hintergrundwissen für sein erstes Lautsprecherprojekt zu erarbeiten, zeigt von Professionalität + Können!
  • Verarbeitung, bis auf die letzte Kante, Furnier und Ölung: sehr gut!
  • Er ist ja auch schon an seinem nächsten Projekt dran, weiteres imposantes Projekt!
  • Ich werde auf jeden Fall im Kontakt mit Ihm bleiben - DANKE GUNNAR!

Fotostrecke

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RobF’s original O96 Nachbau-Komponentenliste:

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WIE spielen Sie nun?

  • Sehr harmonisch - die Mitten wie ein Breitbänder und die Kalotte ist schon eine Nummer für sich!
  • Hochtöner sind sehr präzise und dynamisch und wer es lieber schwammig/mit Vorhang mag, eher nix!
  • Aus seiner Anzeige: ‘Er spielt extrem lebendig, viel hochauflösender mit berauschender Dynamik bedingt duch den starken Neodymantrieb’ > stimme ich 100% zu (auch wenn meine Alnico hat, nicht Neodym)!
  • Die 12’’ Tieftöner helfen immens im Gesamtbild/Soundstage-Bühne. Die SB sind eine Nummer für sich und ein echter Sub-Geheimtipp!
  • Sie können auch leise!! Daher liebe ich derlei 2-Wege Bauweisen, gerade zur Abendstunde ein Genuss!
  • Hinweis: Breitbänder sind für mich weiterhin besser im leise Spielen, da Bühne nicht zusammenfällt!
  • Bass reicht mir in meinem Hörzimmer und obwohl ich diese Wand-nahe stehen habe, auf keinen Fall ein Wummern!
  • Kann nicht nur Jazz oder Klassik, kann auch gut mit Punch (Rock, Elektro, Pop) zuschlagen - aber nicht so wie meine ELAC Concentro S507!
  • Ich persönlich würde sagen Sie ist Raum-freundlich und kann sicher auch 100qm problemlos beschallen!
  • Werde ich nicht verkaufen, da in der Kombination und Preis ich bei Audio Note dann eher bei €30.000 sein werde..und perfekt in den Raum passen! 🤪

Irgendwann werde ich Sie auch im Haupt-Wohnzimmer testen, aber nur wenn WAF (Women Acceptance Factor) hier mitspielt :eyes:
Hier steht auch großes Besteck, wie Soulution 725/Grimm Audio MU2/LinnenberG Monos …

An welchen Elektronik habe ich Sie bislang getestet?

  • Röhrenvollverstärker: PX4 / CF7, Cayin 805/300B
  • Röhren Monos: RV258 / RGN1404, Treiberstufe: ECC80 / ECC82, Vorverstärker: Velvet L2 6SN7, Schmendrik ECC80
  • Transistor Endstufe: Revidierten Marantz 2270
  • Quellen: Lumin U1/Qobuz, Abbas DAC 3.2SE, Cyrus CDi mit externem PSU

AN EINER HÖRPROBE INTERESSIERT?

https://hificouch.world/setups
Setup: Hamburg, gerihifi